"Legerwall meiden"

Du hast diesen Begriff in der Prüfungsvorbereitung für deinen Sportbootführerschein See gehört? Und jetzt grübelst du, was Wassersport wohl mit "Legebatterien" zu tun hat?

Tatsächlich haben wir mit den Legehennen und anderem Zeug nur wenig am Hut, wenn wir über den Legerwall reden. :)

Wat ist "Legerwall" denn nun?

Stelle dir mal vor, du bist mit deinem Boot auf dem Wasser unterwegs. Nun hast du einen Motorschaden - das Ding will einfach nicht laufen...

Du hast schon Schweißperlen auf der Stirn? - Gut so! - Aber es kommt noch schlimmer: Der Wind treibt dich auf das Ufer (oder auf ein Riff) zu.

Grauenvolle Vorstellung?

Yep, das ist es in der Tat. Und das wiederum nennen wir "Legerwall". Der Begriff stammt übrigens von "Lee" ab - und das wiederum bedeutet "wind-abgewandte Seite". (siehe auch: Lee vor Luv)

Legerwall - Gefahren und Risiken

Legerwall meiden! - Sportbootführerschein See"Was soll, bitte schön, an 'Legerwall' denn so schlimm sein? Man treibt an die Küste, steigt aus, geht ein oder zwei Bier trinken, kommt zum Boot zurück, steigt ein und fährt wieder los, wenn der Wind nachgelassen hat ... Oder?!"

Das "Oder?!" ist der einzige richtige Teil an dieser Idee. Tatsächlich birgt der Legerwall eigentlich nur Gefahren für uns und das Boot.

Da wären beispielsweise die Wellen.

Sie werden im flachen Wasser nicht nur höher, sie lassen das Boot auch regelrecht auf Grund schlagen. Nicht nur "aufsetzen", sondern erst anheben und dann fallen lassen. Und das bei jeder ankommenden Welle.... Stelle dir einfach vor, dein Boot wird alle 30 Sekunden um 4-10 Meter angehoben und dann auf einen Betonboden fallen gelassen.

Wenn also nicht die erste Welle das Boot kaputt macht, die 10te, die 100ste, allerspätestens aber die 500ste Welle schafft es todsicher. Versprochen!

Das haben schon Containerschiffe und Frachter erkennen müssen. Und die haben Schalen von mehreren Zentimetern Stahl. Unsere Hülle ist dagegen meistens aus ein paar Millimetern GFK (Plaste) oder Holz gemacht. Da hält nix lange.

Dann wäre da das Flachwasser.

Boote sind durch die Bank fürs Schwimmen ausgelegt. An Land neigen sie dazu, sich blitzschnell zu verformen. Deshalb werden sie im Herbst immer schön auf schicke Böcke gestellt, die helfen sollen, die Form zu wahren. Und auch deine mobile Jolle bzw. dein Motorboot schleifst du nicht hinter dem Auto her, sondern transportierst es schön sorgfältig auf Gerüsten, die genau an die Form des Bootes angepasst sind.

Und dann wäre da der Untergrund.

Ganz egal, welcher Untergrund dir vorschwebt: Dein Boot wollte schwimmen! Was Steine mit deinem Plaste- oder Holzboot anrichten können, brauchen wir dir bestimmt nicht auszumalen. Aber auch Sand hat seine Tücken: Zu Fuß sehr bequem und beliebt, wirkt er auf dein Boot wie grobes Schleifpapier. In wenigen Minuten schmirgelt er Schicht um Schicht von deinem Boot ... bis die Wellen die Sollbruchstelle nutzen können...

 

Kurz und gut: Du solltest den blanken Horror kriegen, wenn jemand an Bord ruft: "Legerwall! Wir müssen den Legerwall meiden!"