Wie lerne ich richtig?

Mit der Umstellung etlicher Prüfungen auf sogenannte Multiple-Choice-Tests, sind viele Dinge (und Anforderungen) anders geworden.

Aber mit der richtigen Einstellung (und Vorbereitung ;) ) ist auch das kein Problem für uns.

Die Vorbereitung

Nachdem du dich entschlossen hast, diesen oder jenen Schein endlich zu machen --- aber lange bevor du wirklich mit dem Lernen beginnst ---, gilt es, einige Vorbereitungen zu treffen:

  • Informiere dich über die Inhalte der Prüfung

    (Wir haben für jeden unserer Powerkurse eine Zusammenstellung der Prüfungsinhalte vorbereitet)

  • Informiere dich über den Umfang der Prüfungsvorbereitung

    Für den SBF Binnen und den SBF See brauchst du je ca. 3-4 Wochen. Für den SRC (das "Küstenfunkzeugnis") brauchst du ca. 2-3 Wochen.
    (Du findest die Informationen dazu in unserer Zusammenstellung der jeweiligen Prüfungsinhalte.)

  • Schaffe günstige Lernvoraussetzungen!

    Du MUSST jeden Tag ca. 1-2 Stunden Zeit haben! Wirklich Zeit!
    Wenn du also Familie oder einen stressigen Job hast, dann organisiere dich gründlich! Sonst kann es mit der Prüfung leicht ins Auge gehen; und der Aufwand bis zum Bestehen steigt ins Unermessliche...

Während der Prüfungsvorbereitung...

Du hast alle Voraussetzungen geschaffen, nun sitzt du vor den Prüfungsfragen... Und auch jetzt kannst du es dir leicht - oder schwer - machen.

Grundsätzlich ist alles richtig und gut, was dir hilft, leichter zu lernen. Es gibt aber ein paar grundlegende Sachen, die du unbedingt machen solltest:

1. Sorge für Ruhe!

Während du lernst, solltest du unbedingt Ruhe haben. Wenn du Familie hast und zu Hause lernen willst, vereinbare mit deiner Familie feste Lernzeiten, in denen sie dich in Ruhe lernen lassen soll!

Vereinbare aber auch mit dir selbst Lernzeiten! Der innere Schweinehund kann ganz schön faul sein! 

2. Maximal 2 Stunden pro Tag intensiv Lernen! Mindestens jedoch 1 Stunde!

Wenn du dich an das Lernen der Prüfungsfragen machst, bringt es dir gar nichts, dutzende oder sogar hunderte Fragen am Stück lernen zu wollen. Das kannst du dir für die Wiederholungen in den letzten Tagen vor der Prüfung aufheben.

Genauso wenig nutzt es dir, wenn du dir nicht genug Zeit nimmst, um in das jeweilige Thema "einzusteigen".

Lerne jeden Tag ca. 1-2 Stunden - nicht mehr, aber auch nicht weniger - und nimm dir nicht zu viele Fragen vor. 10 - 20 Fragen pro Tag reichen aus! Wiederhole die Fragen (und Antworten immer und immer wieder!)

3. Stelle einen Trainingsplan auf!

Leute mit viel Übung im intensiven und Zeit sparenden Lernen machen es meistens so:

  • Sie schauen sich den Prüfungsstoff (die Prüfungsfragen) einmal insgesamt an.
     
  • Sie gehen den gesamten Prüfungsstoff (die Prüfungsfragen) einmal durch und streichen alle Fragen, die sie bereits jetzt beantworten können.
     
  • Dann stellen sie einen Plan auf, was sie wann lernen wollen. Also beispielsweise "Heute Navigation. Morgen Manöver. Übermorgen Wiederholung Navigation. Samstag und Sonntag lerne ich Recht, ..." (Faustregel: ca. 15-20 Fragen pro Tag)
     
  • Dabei berücksichtigen sie Lernpausen (ca. 1 Tag) zwischen schwierigen Themen, um den Kopf zur Ruhe kommen zu lassen.
     
  • Zum Ende des Trainingsplanes sind 2-3 Tage für Wiederholungen eingeplant.
     
  • Zwischen Training und Prüfung legen sie einen Tag, an dem sie nichts mehr lernen, üben oder wiederholen.

4. Du brauchst Zettel und Stift!

Selbst Moses musste sich die Gebote aufschreiben, damit er sie auf dem kurzen Weg den Berg herunter nicht vergisst. Und das waren nur 10 Stück!

Nutze Zettel und Stift, um dir die Fragestellung zu veranschaulichen! Zeichne die Frage auf! Wenn der Wind von links kommt, dann male den Pfeil auf. Wenn das feindliche Boot von Backbord kommt, dann male es dorthin!
Die meisten Menschen - und sicherlich auch du - lernen leichter, wenn sie die Fragen (und Antworten) selbst aufschreiben oder aufmalen. Mache davon intensiven Gebrauch! Du wirst schnell feststellen, dass es viel Zeit spart, auch wenn die Beantwortung der Frage beim ersten Mal möglicherweise länger dauert.


... noch mehr Tipps für effektives Lernen

Du beherzigst die Grundtipps bereits artig? Und du hast festgestellt, dass sie hervorragend wirken? Fein! Denn wir haben noch mehr Tipps für dich!

5. Lerne nach Themenbereichen!

Wenn du mit dem Lernen beginnst, suche dir einzelne Themenbereiche (Navigation, Wetter, Manövrieren, etc.) heraus und lerne die Fragen zusammenhängend. Es ist leichter, sich in ein Thema hineinzudenken, als in mehrere. Und die meisten Fragen der Prüfung sind nur mehr oder weniger leichte Variationen voneinander, so dass du mit der Antwort auf eine Frage gleich drei, vier oder sogar fünf Fragen abhaken kannst.

6. Die leichten Fragen zuerst!

Lernen ist eine Verständnissache. Je leichter es dir fällt, dich in ein Thema hineinzudenken, desto einfacher erscheinen dir die Antworten. Deshalb beantworte zuerst die einfachen Fragen und suche dir dann die schwierigeren heraus. Mache dabei intensiv von Tipp 4 (Zettel und Stift) Gebrauch!

7. Wiederholung festigt immer besser und besser und besser

Man kann es nicht oft genug sagen: Nicht das Lernen, sondern das Wiederholen ist der wichtigste Bestandteil deiner Prüfungsvorbereitung!

Unser Hirn ist ein Muskel, der durch Übung stark wird. Mit dem Fortschreiten deines Lernens solltest du am Anfang deiner täglichen Lernzeit 20-30 Minuten dafür aufwenden, die alten Fragen nochmals zu wiederholen. Dann können sie auch ruhig durcheinander sein.

Mache dir keine Sorgen, wenn die Erfolgsquote anfangs noch weit unter 50% liegt. Das heißt auch nicht, dass du wieder von Vorn anfangen musst. Dein Lernerfolg wird sich mit jeder Wiederholung verbessern. Setze deinen Trainingsplan also einfach unbeeindruckt fort, denn erst gegen Ende wirst du wissen, was du wirklich noch einmal "neu lernen" musst.

Tipps zum Umgang mit den MC-Fragen

MC-Fragen hat nix mit einem Aufnahme-Ritual in einen MotorClub zu tun, sondern ist die faule Abkürzung für "Multiple-Choice-Fragen", also Fragen, die ihre Antworten (bei uns sind das 4 Stück) gleich mitbringen, von denen wir dann eine oder mehrere (in unseren Prüfungen IMMER NUR EINE) auswählen müssen.

Vorsicht! Solche Fragen sind extrem kniffelig und haben es in sich!

Auf den ersten Blick könnte man glauben, es sei einfacher, weil die Antwort ja schon dasteht. Das stimmt aber nicht: Die Antworten sehen einander oft sehr ähnlich und manchmal entscheidet nur ein einziges Wort, welche Antwort richtig und welche falsch ist.

Aber natürlich haben wir auch dafür einen passenden "Nussknacker". :) Wenn du dich an die Fragen heranmachst, kannst du die folgenden Tipps nutzen, um schnell, effizient und bestmöglich durch die Prüfung zu kommen:

  1. Lies die Frage sehr aufmerksam durch!
    Hin und wieder enthält die Frage schon Hinweise auf die richtige Antwort ... oder bringt uns zumindest bei den folgenden Schritten besser voran.
     
  2. Suche nicht die richtige Antwort, sondern die falschen!
    Meistens ist es einfacher, die "absolut falschen" Antworten zu finden, als auf Anhieb die richtige zu erkennen.
    In der scharfen Prüfung kannst du die falschen einfach durchstreichen; im Online-Kurs merkst du dir die falschen Antworten einfach (es sind ja nur maximal drei Stück!). Wenn du Glück hast, bleibt am Ende nur die eine richtige Antwort übrig. Wenn nicht, lies den nächsten Tipp:
     
  3. Bleiben "mehrere richtige" Antworten übrig, finde die Unterschiede zwischen den scheinbar richtigen Antworten!
    In unseren Prüfungen - und das ist amtlich - ist NUR EINE Antwort richtig. Also müssen die anderen scheinbar richtigen Antworten in Wirklichkeit falsch sein. Finde heraus, wo sie sich unterscheiden, und du weißt, warum sie falsch sein müssen!
     
  4. Hast du trotzdem mehrere richtige Antworten, dann rate!
    Mit jeder falschen Antwort, die du rausstreichen kannst, steigt deine Chance, richtig zu raten. Sind es am Anfang noch 25% Chance, die richtige Antwort zu erwischen, hast du nach einem Streicher bereits eine 33%-ige Chance; nach zwei Streichern schon eine "fifty-fifty"-Chance (50:50) ...
    Verspiele diese Chance nicht, sondern kreuze IMMER eine Antwort an!

Das klingt alles wahnsinnig kompliziert, aber eigentlich ist es ganz einfach. Deshalb machen wir zusammen ein Beispiel. Die folgende Frage stammt aus dem Prüfungskatalog SRC (Short Range Certificate, "Küstenfunkzeugnis"):

Beispiel

"Mobiler Seefunkdienst" ist mobiler Funkdienst ...

  1. Zwischen Funkstellen, für die keine Frequenzzuteilungsurkunde notwendig ist.
  2. Zwischen tragbaren Funkstellen an Bord eines Seefahrzeugs.
  3. Zwischen Küstenfunkstellen und Seefunkstellen bzw. zwischen Seefunkstellen untereinander.
  4. Ausschließlich zwischen Seefunkstellen.

 

Vier Antworten - und keine Ahnung, welche richtig ist. Perfekte Voraussetzungen, um unsere Tipps auszuprobieren, oder?! ;)

Welche Antworten könnten definitiv falsch sein?
 
  1. Wie wäre es mit der ersten Antwort? "Keine Frequenzzuteilungsurkunde"? Womöglich auch "keine Prüfung", oder?!
  2. Und die zweite Antwort? Ist doch auch Quatsch, oder?! Niemand würde uns so eine Frage stellen, wenn es um Walkie-Talkies ginge! Außerdem: Wenn ich ein Walkie-Talkie mit aufs Klo an Land nehme, ist es dann noch "Seefunkdienst" oder schon "Landfunkdienst"? Und überhaupt: Wenn ich das Walkie-Talkie in der Pantry anschraube, ist es genauso mobil, wie das Funkgerät in der Navi-Ecke. Das Walkie-Talkie soll trotzdem "irgendwie mobiler" sein, als das andere?! ... Das wird immer kruder, je länger wir darüber nachdenken, oder?! ... Also raus damit!
 
Damit bleiben uns noch zwei Antworten: (3) und (4).

Das hat uns schon eine 50%-Chance eingebracht, wenn wir jetzt raten müssten. Aber wir wollen 100%! Also weiter im Text!

Jetzt sollen wir die Unterschiede finden: Das ist einfach! In der Antwort (3) ist von "Küstenfunkstellen UND Seefunkstellen" die Rede, in der Antwort (4) sind "NUR Seefunkstellen" gemeint.

... Mit ein bisschen Überlegung kommt nun auch ein Nicht-SRC-Anwärter darauf, denn welchen Sinn macht ein "mobiler Seefunkdienst", wenn er vom "stationären Seefunkdienst" entkoppelt wäre? Ist es nicht gerade der SINN des Funkgerätes, mobil zu sein aber trotzdem "den Strand anrufen" zu können?

Also bleibt nur eine Antwort übrig. Treffer! Versenkt! Denn es ist tatsächlich die Antwort (3): "Mobiler Seefunkdienst" ist mobiler Funkdienst zwischen Küstenfunkstellen und Seefunkstellen sowie zwischen Seefunkstellen untereinander.

So schnell bekommt man 2 Punkte. :)