SBF See: Die praktische Prüfung
Anlegen am Steg

Das Anlegen am Steg ist - so behaupten viele Neulinge - das schwierigste Manöver in der praktischen Prüfung zum Sportbootführerschein. Dabei stimmt das gar nicht! Man muss nur langsam, langsam, seeeeeehr langsam herangehen. Dann gelingt es bei jedem Versuch.

Wie auch immer: Es ist Prüfungs-Pflichtmanöver, und deshalb schauen wir es uns auch in aller gebotenen Ruhe mal an. :)

Anlegen I - Manöver:
"Klar zum Anlegen an [Steuerbord | Backbord]!"

Wie alle Manöver beginnt auch dieses mit den Vorbereitungen. Vor allem deinen eigenen Vorbereitungen. Und die lauten: In Gedanken einmal durchgehen, was da gleich passieren wird.

Vorbereitung:

  • Ein Mann an die Vorleine
  • Ein Mann an die Achterleine
  • Du am Ruder
  • Der Prüfer hinter oder neben dir

Wenn der Prüfer keine Anweisungen gibt ("Legen Sie an Steuerbord an!" oder "Legen Sie an Backbord an!"), hast du freie Hand. Und das solltest du auch gleich schamlos ausnutzen. :)

Nimm sofort die Fahrt aus dem Boot! Das ist der wichtigste Schritt, denn wenn du alles gaaaaaaaaaaanz laaaaaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaam machst, kannst du viele kleine Schnitzer, die dir vielleicht passieren werden, ganz locker wieder ausbügeln.

Beginnen wir damit, uns noch einmal Gedanken über das Material zu machen, mit dem wir das Manöver fahren sollen. (Natürlich hast du dir die Gedanken schon gemacht, BEVOR du aufs Boot gestiegen bist, aber jetzt ist der allerletzte Zeitpunkt dafür. Und deshalb gehen wir es sicherheitshalber noch einmal durch:)

  • Außenborder oder "Innenborder"?
  • Wenn "Innenborder": Wie herum dreht die Schraube bei Vorwärtsfahrt? 

Du siehst schon: Die Fragen zielen darauf ab, dass sich beide große Gruppen völlig unterschiedlich verhalten. Wir werden hier beide betrachten - deine Aufgabe ist es, dir das richtige Boot und damit das richtige Verhalten herauszupicken ... und zu beherzigen! ;)

Dein Kommando: "Klarmachen zum Anlegen an ... [Steuerbord | Backbord]!"

Wenn du einen Außenborder fährst, ist die Seite ziemlich egal. Suche dir in diesem Fall einfach die schönere aus. Oder nimm die Seite, auf der du sitzt. Dann kannst du im Zweifel selbst mit anfassen. ;)

Wenn du allerdings einen "Innenborder" fährst, solltest du die Seite nehmen, zu der die Schraube im RÜCKWÄRTSGANG dreht. Ein linksdrehender Propeller dreht sich im Rückwärtsgang nach Steuerbord. Also ist Steuerbord die "Schokoladenseite". Ein rechtsdrehender Propeller dreht sich im Rückwärtsgang nach links. Also ist Backbord die Schokoladenseite. (Mit der Wahl der richtigen Seite hast du enorme Vorteile gegenüber dem "Außenborder-Fahrer", weil du ganz entspannt mit Vorwärts- und Rückwärtsfahrt anlegen kannst, während der andere hektisch hin und her lenken muss.)

Antwort: "Ist klar!"

Anlegen I - Schritt 1: Die Vorbereitung

Je weiter weg vom Steg du die folgende Vorbereitung triffst, desto entspannter wird dein Manöver ablaufen. Deshalb lies sorgfältig und beachte jeden einzelnen Punkt genau!

  • Je spitzer der Winkel zum Steg ist, desto leichter wird dein Manöver werden!
    Dein Ziel ist es, parallel am Steg zum Liegen zu kommen. Also ist "fast parallel ranfahren" schon die halbe Miete, nicht wahr?! ;) Je größer der Winkel wird, desto schwerer ist es, das Boot sauber an den Steg zu bekommen.

Deshalb fahre schon weit vor dem Steg so viele Kurven und Bögen wie nötig, um möglichst parallel an den Steg heranfahren zu können. (Solange du niemanden rammst oder versenkst, wird das nicht zum Durchfallen führen.)

  • Je langsamer du fährst, desto mehr Zeit hast du zum Ausgleichen von Richtung und Geschwindigkeit!
    Denke daran: Du willst keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen, sondern eine Prüfung bestehen. Und da fällst du nur durch, wenn du das Manöver vergeigst, weil du den Steg oder andere Boote rammst; aber nicht, wenn du langsam ranfährst.

Bootsführerschein - Sportbootführerschein - Anlegen am Steg

Sobald du dein Boot auf den Steg ausgerichtet hast, nimm die Geschwindigkeit aus dem Boot. Fahre so, dass du ca. 2-3 Bootslängen vor der Anlegestelle am Steg noch ca. 1 Bootslänge seitlich vom Steg entfernt bist und fast gar keine Fahrt mehr machst. (Tipp: Falls du zu schnell bist, kannst du kurz(!) in den Rückwärtsgang schalten und einmal ganz kurz(!) kräftig rückwärts Gas geben. Das wird dein Boot sofort stark abbremsen. - Schalte danach aber sofort wieder in Schleichfahrt voraus!)

Anlegen I - Schritt 2:
Neben dem Steg fast aufstoppen!

Dein Boot befindet sich jetzt ca. 2-3 Bootslängen vor der vorgesehenen Anlegestelle und höchstens 1 Bootslänge seitlich neben dem Steg. Dabei macht es fast gar keine Fahrt mehr. (Das ist der wichtigere Teil!)

Sportbootführerschein - Praxisprüfung - Manöver Anlegen am Steg 

Wichtig: Bis hierhin waren die Vorbereitungen für Außenborder und "Innenborder" gleich. Ab jetzt unterscheiden sich die Manöver. Achte darauf und suche dir "dein Boot" heraus!

Außenborder - Anlegen I - Schritt 2: Tuchfühlung mit dem Steg

Mit einem Außenborder fahren wir erst mal gaaaaanz laaaaaaangsaaaaaaaaaam weiter auf den Steg zu.

Sobald wir mit dem Bug des Bootes den Steg fast berühren, lenken wir das Boot "gegen den Steg". Wenn wir also an Backbord anlegen, lenken wir hart nach Backbord. Wenn wir an Steuerbord anlegen, lenken wir hart nach Steuerbord. Das machen wir ohne Hektik, aber zügig.

Motorbootschein - Prüfungsmanöver - Anlegen am Steg 

Nachdem das Ruder eingeschlagen ist, legen wir den Rückwärtsgang ein und geben einen - sehr kurzen(!) aber kräftigen - Schub auf "halbe Fahrt achteraus". Gleich danach kommt der Gashebel wieder in die Leerlaufstellung und hat für den Rest des Manövers Pause. Auch das Ruder kannst du nun in Ruhe lassen. (Es hätte sowieso keine Wirkung mehr.)

Wenn das Boot parallel am Steg liegt, ist alles gut gegangen. Wenn nicht, können wir an dieser Stelle auch nicht mehr viel machen. (Also können könnten wir schon, aber das würde in hektisches Vor- und Rückwärts-Schalten ausarten. Und meistens geht's dann erst recht schief. Insofern solltest du es mindestens auf Armlänge an den Steg geschafft haben, damit die Leute die Leinen auf den Steg werfen können. Denn wenn sie das schaffen, ist das Manöver durchaus auch bestanden. ;))

Innenborder: Anlegen I - Schritt 2:
Tuchfühlung mit dem Steg

Mit einem "Innenborder" können wir das Anlegen deutlich entspannter angehen - vorausgesetzt, wir haben uns für die "Schokoladenseite" unseres Bootes entschieden.

Zunächst fahren wir gaaaaaaaaaaaaaanz laaaaaaaaaangsaaaaaaaaaam weiter auf den Steg zu.

Sobald der Bug des Bootes fast den Steg berührt, schalten wir - sehr kurz aber kräftig - den Rückwärtsgang auf "halbe Fahrt achteraus". Gleich danach legen wir den Schalthebel in den Leerlauf. Das Ruder müssen wir hier gar nicht bewegen.

Prüfungsmanöver: Anlegen am Steg - Starre Welle 

In der Abbildung siehst du den Ablauf für ein Boot mit LINKS-DREHENDER Schraube. Hier ist die Steuerbord-Seite die "Schokoladenseite", also die Seite, auf die der Radeffekt besonders gut wirkt. Die andere Seite wäre erheblich schwieriger! (Umgekehrt, also mit der Backbord-Seite, legst du dann an, wenn du ein Boot mit einer RECHTS-DREHENDEN Schraube fährst.)

Durch den Radeffekt "zieht" sich unser Heck wie von Wunderhand von ganz allein an den Steg. Und da wir nur einen kurzen Schub gegeben haben, macht es das so langsam, dass wir im Zweifel auch ganz allein die Leinen an Land geben könnten...

Außenborder & Innenborder:
Anlegen I - Schritt 2:
Variante bei fehlender Fahrt oder bei sehr langsamer(!) Rückwärtsfahrt

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Wenn du so langsam an den Steg fährst, dass du praktisch mit der Nase am Steg stehen bleibst, hast du alles richtig - und wirklich perfekt! - gemacht.

In diesem Fall hilft dir auch ein Profi-Trick, wie du JEDES Boot sauber an den Steg bekommst: (Außenborder UND Innenborder sogar noch leichter und entspannter):

Achtung: Dieser Tipp gilt wirklich nur dann, wenn du "schräg am Steg liegst" und das Boot wirklich und wahrhaftig nicht mehr fährt.

Lenke das Ruder "vom Steg weg", also so, als ob du wieder losfahren wolltest. Gib dann - sehr kurz, aber sehr kräftig (= Dauer - je nach Gewicht des Bootes - HÖCHSTENS 1-2 Sekunden!) - "halbe Fahrt voraus". Schalte SOFORT wieder auf "Neutral" und lasse das Ruder in Ruhe.

Dein Boot wird nun um den zentralen Punkt (das ist nicht genau die Mitte des Bootes, sondern meistens etwas davor!) "gedreht" und wedelt mit dem Heck an den Steg. Wenn du sehr kurz und "mittel-kräftig" Schub gegeben hast, wird es sich sachte an den Steg schieben.

Aber Vorsicht! Das Manöver solltest du wirklich nur dann machen, wenn das Boot sich nicht mehr bewegt. In jedem anderen Fall wird es einen "Bocksprung" machen und entweder schneller vorwärts fahren (falls es noch voraus gefahren ist) oder hart abbremsen (falls es gerade rückwärts gefahren ist).

 

Das Problem: Wenn du zu weit weg vom Steg bist, wirst du nur noch weiter abgetrieben.  Wenn du noch Fahrt machst, wird sich das Boot überraschend verhalten und du wirst in hektisches "Vorwärts ... Rückwärts ... Vorwärts ... Rückwärts" ausbrechen, was im Regelfall dazu führt, dass du am Ende entweder den Steg rammst oder zu weit weg davon bist.

Die Lösung: Das Boot darf sich nach dem Schub voraus NICHT VORWÄRTS BEWEGEN! Wenn du zu lange oder zu kräftig Gas gegeben hast, musst du das mit einem entsprechenden Schub rückwärts (ohne Veränderung der Ruderlage) ausgleichen!

Deshalb WIRKLICH NUR dann nutzen, wenn du (a) mit der Nase des Bootes (= vorderer Fender) am Steg liegst, (b) sich das Boot kein Stück mehr rührt und (c) du das Gas schon sehr gut dosieren kannst.

Anlegen - Schritt 3:
"Vorleine über! - Achterleine über!"

Nachdem wir es geschafft haben, direkt neben dem Steg zum Liegen zu kommen, geht es für beide Motorisierungsarten gleich weiter: Wir brauchen nur noch das Anlegen beaufsichtigen:

Dein Kommando: "Vorleine über! - Achterleine über!"

Mit diesem Kommando weist du deine "Leinen-Crew" an, die Vorleine und die Achterleine auf den Steg zu werfen. Wenn dort andere Leute stehen, sollten sie sie aufnehmen. Falls die Leinen-Crew auf den Steg klettern kann (oder soll), wird sie die Leinen einfach mit auf den Steg nehmen. Und sobald das erledigt ist, antworten sie mit:

Antwort: "Vorleine ist über! - Achterleine ist über!"

Jetzt musst du nur noch ein Kommando geben:

Dein Kommando: "Vorleine festmachen und sichern! - Achterleine festmachen und sichern!"

Das bedeutet, dass du vorhast, das Boot am Steg liegen zu lassen. (Es könnte ja sein, dass du nur schnell Zigaretten oder dein Make-Up-Köfferchen holen und gleich weiterfahren willst. Dann würde deine Leinen-Crew das Boot natürlich nur notdürftig sichern. Da die Prüfung solche "Kurz-Landfälle" aber nicht vorsieht, beenden wir mit "Und tschüß! Ich gehe nach Hause!" ;)

Antwort: "Vorleine ist fest und gesichert! - Achterleine ist fest und gesichert!"

An dieser Stelle - und nicht vorher - kannst du den Motor ausmachen, falls es in der Prüfung so vorgesehen ist. (Manche Bootsfahrschul-Boot-Besitzer mögen es allerdings nicht, wenn das Boot 100 Mal am Tag ausgemacht und wieder angeworfen wird. In diesem Fall raten wir dazu, den Prüfer anzuschauen und "Motor aus!" zu sagen. Er wird verstehen, dass du weißt, dass jetzt eigentlich der Motor ausgemacht werden müsste.)

Und damit ist auch das Anlegen geschafft. Nicht wirklich schlimm, oder?!

Ein bisschen Physik muss sein

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Wir wollen hier kein Studium beginnen, aber ein paar physikalische Grundlagen helfen dir, besser zu verstehen, warum dein Boot auf einmal zickig wird. Lies dir die Hinweise durch und versuche, sie dir zu merken. Das entsprechende Wissen hilft dir später, kleine Fehler auszubügeln, die sich vielleicht einschleichen.

Keine Fahrt? - Keine Ruderwirkung!

Das Ruder deines Bootes ist auf die Strömung angewiesen, damit es das Boot lenken kann. Das bedeutet: Wenn dein Boot auf der Stelle steht, kannst du in jede beliebige Richtung lenken: Es wird nichts passieren.

Sehr langsame Fahrt? - Auch keine Ruderwirkung!

Wenn du zu langsam wirst, hat das Ruder ebenfalls keine Wirkung. Es braucht eine gewisse "Strömungsgeschwindigkeit im Wasser". Die kann durch eine (Fluss-)Strömung oder durch entsprechend schnelle Fahrt erreicht werden.

Wichtig: Außenborder haben noch "Ruderwirkung", so lange die Schraube schnell dreht.  Erst wenn sich die Schraube nicht mehr dreht, verliert der Außenborder - fast schlagartig - jegliche Ruderwirkung. "Innenborder" verlieren mit abnehmender Fahrt - sozusagen langsam und schleichend - immer mehr Ruderwirkung.

Noch wichtiger: Durch einen kurzen und kräftigen Schub mit dem Gashebel kannst du erreichen, dass das Boot denkt, es wäre in einer passenden Strömung und dir deine Ruderwirkung zurückgibt. Dabei "drückt" der Außenborder das Wasser in die Richtung, in die du lenkst, so dass sich dein Boot dreht (und Fahrt aufnimmt). Der "Innenborder" drückt zwar das Wasser geradeaus nach hinten weg, aber durch die Anstellung des Ruders (= Ruderlage) bekommt dein Ruder sogar im Stand wieder Lenkwirkung.

Und das macht es insbesondere im Stand deutlich einfacher zu lenken. ;) Denn während der Außenborder immer "vor und zurück zappelt", kannst du deinen Innenborder ganz entspannt mit "Vorwärts - Rückwärts" an den Steg schieben, ohne dass er sich mehr als ein paar Zentimeter vorwärts oder rückwärts bewegt.

"Innenborder"? Keine Ruderwirkung bei Rückwärtsfahrt!

Boote mit sogenannter "starrer Welle", also unsere "Innenborder", haben bei Rückwärtsfahrt KEINE RUDERWIRKUNG. Wie bereits mehrfach gesagt, braucht das Ruder eine gewisse Strömungsgeschwindigkeit, damit es wirken kann. Die wird bei langsamer Fahrt (vorwärts und rückwärts) aber nicht erreicht. (Genauer: Die "Strömungskraft" ist für einige Zeit kleiner als der Radeffekt.) Deshalb ist es beim "Innenborder" auch ziemlich egal, wie die Ruderlage aussieht: Sobald du rückwärts fährst, ist die wichtigste "Lenkwirkung" die des Radeffekts.

Blöde Fehler, die Punkte kosten können

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Eigentlich kann man bei diesem Manöver nicht viel falsch machen. Trotzdem schaffen es einige Leute immer wieder, selbst dieses Manöver zu vergeigen.

Deshalb beschäftigen wir uns nun noch einmal mit den wichtigsten Fehlern, Tücken und Unaufmerksamkeiten.

Fehler 1: Viel zu schnell!

Hallo?! Du willst kein Rennen fahren! Du willst eine Prüfung bestehen! Und in der Prüfung gibt es KEIN ZEITLIMIT für die Manöver. Deshalb nimm dir die Zeit! Nimm dir alle Zeit der Welt! Nirgendwo in der Prüfungsordnung steht: "Der Prüfling muss innerhalb von 7 Sekunden am Steg angelegt haben."

Also fahre extrem langsam. Ganz besonders dieses Manöver! Fahre so langsam, dass du es selbst kaum merkst, ob das Boot fährt oder nicht. So hast du nicht nur mehr Zeit für die einzelnen Schritte - du kannst auch leichter korrigieren, falls das Ruder nicht so liegt, wie du es eigentlich haben wolltest, oder wenn du mal Vorwärts- und Rückwärtsgang verwechselst. ;)

Fehler 2: Erst handeln - dann denken!

Immer wieder fallen Leute durch dieses Manöver, weil sie sich vorher nicht noch einmal die Zeit genommen haben, es im Kopf durchzugehen. Jeden einzelnen Schritt. 

Auch wenn du das Maöver in- und auswendig zu kennen glaubst: Gehe jeden Schritt noch einmal im Kopf durch! Überlege, wo die Fender sein müssen! Überlege, welche Leinen wann gelöst werden müssen!  Überlege, wie die Kommandos hießen! Überlege, ob du genug Platz für das Manöver hast! Überlege, welche Leute du wohin stellen willst, damit dein Manöver auch wirklich gelingt!

Überlege alles und jeden einzelnen Schritt in aller Ruhe! Lasse dich von nichts und niemandem hetzen! Die Bewertung des Manövers beginnt erst, wenn du anfängst! Nicht vorher!

Fehler 3: Kommandos vergessen

Ja, die Kommandos sind Bestandteil der Prüfung. Und deshalb solltest du sie - auch und gerade für dich selbst - unbedingt einprägen und verwenden! Sie helfen dir, dich auf die einzelnen Schritte zu konzentrieren. Und sie helfen insbesondere unerfahrenen Seeleuten (und das sind bei einer Prüfung fast alle), dich dabei zu unterstützen, dass dir dein Manöver gelingt.

Und außerdem solltest du sie zukünftig IMMER VERWENDEN, denn sie helfen dir, deine Crew zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass jeder die Finger rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich ziehen kann...

Fehler 4: Falsche Ruderlage

Das ist der unglücklichste Fehler - aber er ist eindeutig und unzweifelhaft auf den Fehler 2 (Erst denken, dann handeln!) zurückzuführen.

Insbesondere beim Anlegen ist es von entscheidender Bedeutung, dass du dir bewusst bist, ob du einen Außenborder (Hier MUSS man lenken.) oder einen "Innenborder" (Hier ist Lenken SINNLOS.) fährst.

Fehler 5: Zu weit weg vom Steg

Glaube es: Am sinnvollsten ist es, wenn du schon von Anfang an möglichst parallel an den Steg fährst! Dann kannst du gar nicht zu weit weg sein. ;)

Fehler 6: Gegen den Steg gefahren

Das ist ein Durchfall-Grund! Deshalb fahre so langsam, wie es nur irgend geht! Wenn du nur zentimeterweise an den Steg heranfährst, und eine Schnecke dich überholt, dann hast du genau die richtige Geschwindigkeit! (In diesem Fall wird "gegen den Steg fahren" nämlich nicht zum Durchfall-Grund, sondern offiziell zum Teil deines Manövers. Kein Prüfer kann dich dafür durchfallen lassen. --- Nur wenn es richtig rumst und knallt, ist das natürlich "nicht normal" und deshalb ein Fehler. ;))