SBF See: Die praktische Prüfung

Sportbootführerschein See - Praktische Prüfung - SBF See PrüfungSeit dem 1. Mai 2012 gilt eine neue Prüfungsordnung. Mit dieser wurde manches leichter, anderes anders --- und etliches aufwändiger. :)

Zu dem, was aufwändiger wurde, gehört auch die praktische Prüfung zum Sportbootführerschein See. ... Worauf müssen wir uns nun vorbereiten? Was wird drankommen? Welche Aufgaben gibt es? ... Schauen wir es uns an! :)

Pflicht-Manöver

Für die folgenden Aufgaben hast du je zwei Versuche. Vergeigst du einen, ist es nicht schlimm. Vermasselst du aber beide Versuche zu einer Aufgabe, gilt die Prüfung als nicht bestanden:

  • Ablegen
  • Rettungsmanöver (Person über Bord bzw. "Boje über Bord")
  • Fahren nach Kompass
  • Peilen (einfache Peilung oder Kreuzpeilung)
  • Anlegen 

Du merkst schon: Jetzt wollen die ernsthaft von uns wissen, ob wir wenigstens grundlegend imstande sind, ein Boot zu führen. Böse, das, nicht wahr?! ;)

Wahlpflicht-Manöver

Aus den folgenden Aufgaben darf der Prüfer (nicht du ;)) sich 3 Aufgaben aussuchen. Davon musst du 2 spätestens beim zweiten Versuch bestehen.

  • Kursgerechtes Aufstoppen
  • Fahren nach Schifffahrtszeichen
  • Wenden auf engstem Raum
  • Anlegen einer Rettungsweste bzw. eines Sicherheitsgurtes
  • Manöverschallsignal

Falls du schon den SBF Binnen (Motor) besitzt, brauchst du diesen Teil der Prüfung nicht zu absolvieren.

Knoten

Aus den folgenden 9 Knoten wählt dein Prüfer 7 Stück aus. 6 davon musst du spätestens beim zweiten Versuch richtig zusammengeknotet haben:

  • Rundtörn mit zwei halben Schlägen
  • Achtknoten
  • Kreuzknoten
  • Palstek
  • einfacher oder doppelter Schotstek
  • Stopperstek
  • Webeleinstek
  • Webeleinstek auf Slip
  • Belegen einer Klampe

Auch hier gilt: Wenn du bereits stolzer Besitzer des SBF Binnen (Motor) bist, kannst du dir diesen Prüfungsteil sparen.

Mehr Informationen zu den Prüfungs-Knoten in der Sportbootführerschein-Praxisprüfung findest du hier.

Tipps zur praktischen Prüfung

In der Vorbereitung auf die praktische Prüfung wirst du von deinem Trainer bereits zahlreiche Tipps und Hinweise erhalten haben. Wir sparen uns deshalb an dieser Stelle Details zu den verschiedenen Manövern.

Aber ein paar allgemeine Hinweise seien dir ans Herz gelegt:

  1. Höre deinem Prüfer genau zu!
    In der Prüfung geht es nicht um "Wünsch-dir-was!" Dein Prüfer hat - als einziger an Bord - das Wort. Was er sagt, machst du. Und du machst es dann, wann er es sagt und so wie er es sagt. Keine Diskussion, keine Alternative!
     
  2. Beginne nicht selbständig damit, Manöver zu fahren!
    Jedes einzelne Manöver wird von deinem Prüfer verlangt! Und zwar genau in der Reihenfolge, die er gerade als spannend empfindet. Das beginnt mit dem Ablegen, das der Prüfer anweist und es endet mit dem Anlegen, wenn der Prüfer es verlangt.

    Wenn der Prüfer zwischendurch in den Suspend-Mode geht und offenbar eingeschlafen ist, machst du nix ... außer aufpassen, dass du die Regeln der Vorfahrt nicht verletzt. Einfach auf der Stelle stehen bleiben, wenn das letzte Manöver mit "stillstehen" endete, oder eben geradeaus weiterfahren, wenn das letzte Manöver mit einem Geradeaus-Kurs endete.
     
  3. Achte auf die Vorfahrtsregeln!
    Dein Prüfer ist auch nur ein Mensch. Auch er sieht nicht alles. Und manchmal interessiert er sich auch nicht dafür, was um dich herum passiert. DU bist der Bootsführer. Du trägst die Verantwortung!

    Wenn du ein angewiesenes Manöver nicht fahren kannst, weil du die Vorfahrt eines anderen Bootes oder Schiffes missachten müsstest, hat die Vorfahrt immer Vorfahrt! Am besten wäre es natürlich, wenn du es vorher bemerkst und dem Prüfer mitteilst, dass du erst freien Raum für das geforderte Manöver suchen musst. Bei einigen Manövern ist das Mitteilen aber gar nicht erforderlich: Bei "Boje-über-Bord" beispielsweise kannst du selbständig ERST VORFAHRT, DANN BOJE beachten.

    Bei einigen anderen Manövern, wie beispielsweise "Fahren Sie Kurs XYZ!" solltest du allerdings - wenn das Ausweichen wegen der Vorfahrt länger als ein paar Sekunden dauert - deinem Prüfer den Grund für die Verzögerung mitteilen.

    Wichtiger ist allerdings, dass du die Vorfahrt beachtest! Im Zweifel sag's halt nicht. Aber beachte die Vorfahrt! ... Wenn du jemanden rammst oder in Gefahr bringst, ist die Prüfung nämlich sofort zu Ende. Ganz egal, wie viele Manöver du schon geschafft hast.
     
  4. Wenn der Prüfer sagt: "Manöver wird wiederholt!"...
    ... dann meint er, dass du dieses Manöver vergeigt hast. Das passiert. Das ist normal. Es ist aber keine Diskussion wert. Und schon gar nicht solltest du dich davon fertig machen lassen. Atme fünf Mal durch die Nase ein und durch den Mund aus ... und dann fahre das verdammte Manöver eben noch mal!
     
  5. Wenn der Prüfer sagt "Manöver missglückt", ...
    ... heißt das nur, dass du das Manöver vergeigt hast. Warte ab, was er als nächstes verlangt. Wahlweise wird er dich entweder das gleiche Manöver wiederholen lassen, oder aber ein völlig anderes von dir verlangen wollen. Beginne nicht, selbständig das Manöver zu wiederholen! Damit vergibst du dir deine zweite Chance, denn der Prüfer wird auch diesen zweiten - unaufgeforderten - Versuch als Fehlschlag werten.
     
  6. Denke daran, dass wir an Bord (fast) alles, was wir machen, kommentieren.
    Dazu gibt es diese lustigen DSV-Kommandos. Wenn dein Prüfer also sagt "Fahren Sie einen Kurs von 2-4-5 Grad!", dann bestätigst du die Anweisung UND kündigst mit "Kurs 2-4-5 Grad liegt an!", sobald du den entsprechenden Kurs erreicht hast!

    Diese Kommandos mögen dir albern oder unsinnig vorkommen. Sie sind es aber nicht. Und in ein paar Tagen, Wochen oder Monaten wirst du es auch verstehen, warum das nicht albern oder unsinnig ist. ... Spätestens, wenn du selbst Verantwortung auf einem 10-Meter-Schiff hast, und nur zu gern wüsstest, was dein Crew-Mitglied da vorn eigentlich treibt, nachdem er wortlos verschwand, als du ihm gesagt hast "Mach mal den Fender vorn an Steuerbord fest!"