Fragen und Antworten (FAQ) zu den Navigationsaufgaben

Hier findest du einige der häufigsten Fragen zu den Navigationsaufgaben der SBF-See-Prüfung.

Wenn deine Frage nicht dabei ist, schreibe uns einfach eine Email an info@wassersport-akademie.org oder rufe an: (0381) 210 71 24.

Wann gilt diese "Karten-Prüfung" als bestanden?

Pro Kartenaufgabe hast du neun (9) Teilaufgaben. Sieben (7) davon musst du richtig beantworten bzw. lösen, zeichnen, malen, ausmessen, etc.

Trotzdem solltest du unbedingt alle 9 Teilaufgaben lösen ... nur für den Fall, dass du bei einer der einfachen Aufgaben einen Flüchtigkeitsfehler machst. ;)

Muss ich die riesige Karte auch in der Prüfung verwenden?

Nein. In der Prüfung erhältst du wieder nur einen Kartenausschnitt, wie er schon in den alten Prüfungen verwendet wurde. Folglich musst du hier nix mitbringen oder gar mit den Riesendingern herumhantieren. Die in der Prüfung verwendeten Karten-Schnipsel sind etwas größer als ein normales Blatt aus dem Schulblock (A4).

Warum wir trotzdem an der großen Karte lernen müssen?

Zum Einen - und vor allem - hat es rechtliche Gründe: Der Nachdruck der in der Prüfung verwendeten kleinen Kartenausschnitte ist schlicht verboten. Also müssen wir "notgedrungen" die große Karte zum Üben hernehmen.

Es hat aber auch Vorteile: So bekommst du wenigstens mal das Gefühl, wie es ist, wenn du wirklich navigieren musst. Da gibt's dann nämlich keine kleinen Ausschnitte mehr, sondern du bekommst das volle Programm: Große Karte + wackelndes Boot. :)

Welche Karte brauche ich? Und wo bekomme ich sie her?

Du brauchst eine spezielle Karte, die nur für Übungszwecke vom BSH (ja, da ist es wieder :)) herausgegeben wurde.

Jetzt, am Anfang der neuen Prüfungen ist sie noch nicht ganz leicht zu bekommen. Und in Bücher kann man sie nicht stecken, weil sie viel zu groß ist. (Tatsächlich ist sie genauso groß, wie die "echten Seekarten", mit denen du dann in der Praxis hantieren musst.)

Die Karte heißt D49Ü und kostet 17,- Euro. Der Kartenausschnitt betrifft die "Mündungen der Jade, Weser und Elbe".

Du kannst sie bei jeder seriösen Buchhandlung deines Vertrauens bestellen. Alternativ kannst du auch beim BSH - oder bei uns - anrufen. Dort hilft man dir ebenfalls weiter.

Ist es egal, wie ich die Aufgabe löse? Oder muss ich den "Rechenweg" mit angeben?

Das ist zwar eine Navigations-Prüfung, aber wir sind noch ganz am Anfang. Wenn du also den Rechenweg eigentlich gar nicht weißt - beispielsweise, weil du dir das Ergebnis gemerkt hast - dann schreibe das Ergebnis hin. NUR - und EINZIG - dafür bekommst du am Ende auch den Punkt. 

Aaaaber: Wenn du den Rechenweg hinschreibst und dich dabei irgendwo verrechnest - beispielsweise, weil du mit einer falschen Missweisung rechnest -, dann bekommst du meistens einen Punkt für den "Versuch". Wenn du nur das (falsche) Ergebnis hinschmierst, kann keiner wissen, warum das Ergebnis falsch ist. Also wirst du auch keinen Punkt für "Er/Sie hat's wenigstens versucht." bekommen.

Manche Aufgaben erfordern keine Zeichnung. Trotzdem soll ich Positionen bestimmen. Muss ich dann auch die Kurslinien, Peilungen, etc. einzeichnen oder kann ich einfach so die Position bestimmen?

Wie bereits gesagt: Du kannst nur für das bewertet werden, was du zeigst (oder nicht zeigst, falls du gar nix hinschreibst oder -malst.) Wenn du also Kurslinien, Peilungen einzeichnest und dann falsche Positionen hast und die falschen Positionen auch ausmisst, nennt man das einen "Folgefehler".

Und der wird in der Regel nicht durch Punktabzug bestraft. Malst du allerdings nix rein, weiß auch keiner, warum deine Position vielleicht falsch war. ... Folglich gibt es sehr wohl den Punktabzug für eine falsche Lösung.

Letzten Endes musst du es selbst entscheiden: WIR raten dir IMMER dazu, alles einzumalen, was in den Aufgaben steht. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es dann einfacher wird, die Aufgaben zu verstehen...

Wie hoch ist die Fehlertoleranz? Um wie viel darf ich mich "vermessen"?

Grundsätzlich sind alle Aufgaben so ausgelegt, dass Vermessen schwierig wird. Dennoch kann es passieren. Und bis 0,1° oder 0,1 sm ist es gleich mal gar kein Problem. Ab 0,2° (bzw. 0,2 sm) wird der Prüfer allerdings nervös. Woran lag es? Ungenauigkeiten? Nachlässigkeiten? Oder hast du es wirklich nicht besser gewusst?

Wenn du also bei mehreren verschiedenen Messungen mal eine ein bisschen verhaust und vielleicht 0,1° daneben liegst, wird dir keiner den Kopf abreißen.Wenn es zu doll wird, zieht man dir einen oder zwei Punkte ab. Aber durchfallen kannst du deswegen nicht. Schon allein für den Versuch, dich mit der Navigation zu befassen, wird man dir "Trostpunkte" geben, wenn du nicht völlig daneben liegst. :)

Also lasse diese Aufgabe nicht ganz fallen, nur weil du ein paar Ungenauigkeiten befürchtest!

Wie sieht es zeitlich aus? Schafft man die Kartenaufgaben in der Prüfung?

Grundsätzlich sind die Anforderungen in der Navigationsaufgabe (Du bekommst nur EINE der Kartenaufgaben!) deutlich sportlicher geworden, als es früher der Fall war. Damals brauchte man ca. 5-10 Minuten, um die Aufgabe zu lösen. Jetzt wirst du erheblich mehr Zeit brauchen.

Ganz wichtig: Nicht festbeißen!

Du bekommst keine Trost-Punkte für deinen Trotz! Wenn es partout nicht klappen will, konzentriere dich wieder auf die Theorie-Fragen! Achte dabei auf die Zeit!

Geübte "Navigatoren" schaffen die 9 Aufgaben pro Kartenaufgabe in ca. 15-20 Minuten. Du solltest also sicherheitshalber ca. 30 Minuten dafür einplanen.

Insofern: Übung macht den Meister! Übe so lange, bis du jede einzelne Kartenaufgabe in weniger als 30 Minuten lösen kannst. Es sind genügend Aufgaben zum Üben da. Und wenn du immer noch nicht genug hast, dann denke dir eigene Aufgaben aus:

  • Wie lautet die Position der Tonne "SZ-N"?
  • Beschreiben Sie Farbe, Kennung und Toppzeichen der folgenden Tonnen ...!
  • etc. pp.

So lernst du die Karte immer genauer kennen, denn das Wichtigste ist die Vorbereitung: Wer erst lange suchen muss, wo sich die Tonnen befinden, der verliert wertvolle Zeit in der Prüfung!