Erfahrungsberichte zum Sportbootführerschein See (SBF See)

Nur für den Fall, dass du es immer noch nicht glaubst: Du bist nicht allein! Es gibt viele, sehr viele ;), die die Mühe der Prüfung auf sich genommen haben.

Und das sind ihre Erlebnisse...

Viel Spaß beim Lesen!

Brittas Erfahrungsbericht

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Ich habe das vielleicht nicht ganz auf dem "üblichen Weg" gemacht.

Ich war bei der "Yachtschule My Way" in Nordenham, die die Praxisübungen auf einem Segelboot mit elf Meter Länge macht (Southerly 105).
Wir waren acht mal unterwegs, davon auch einmal im Dunkeln (auf der Weser bei Nordenham und im Fischereihafen, Bremerhaven). Pro Person kamen dabei wohl ca. vier Stunden reine Übungszeit raus.

Wir haben in der Praxis mehr gelernt als man für den Führerschein brauchte, da unser 'Lehrer' der Ansicht war, uns nicht nur auf die Prüfung, sondern auch auf's 'wahre Leben' vorbereiten zu wollen.

Das war übrigens auch der Grund, warum ich überhaupt den Führerschein gemacht habe und auch, warum ich ihn bei dieser Fahrschule gemacht habe. Ich brauchte den nicht, mein Mann hat seinen seit über 20 Jahren und ich fahre seit über fünf Jahren mit. Allerdings neige ich manchmal dazu, etwas panisch zu sein, deswegen wollte ich mir dringend mal etwas Wissen/Können aneignen.

Und das hat bestens funktioniert.

Theorie hatten wir zwölf mal zwei Stunden und besonders Navigation haben wir ausführlich gelernt (auch anhand von anderen Karten, die nicht prüfungsrelevant waren).

Ansonsten habe ich ziemlich viel zuhause gelernt. Erst kapitelweise aus dem Buch, dann mithilfe einer App für's Handy (SBF-Trainer), dann Fragebögen beantwortet (übrigens Freitext, ich hatte mich noch vor dem 1.Mai angemeldet).

Dinge, die ich nicht gleich verstanden hatte, habe ich mir von Euch erklären lassen – das war sehr hilfreich. Was ich vor allem mit Eurer Hilfe gelernt habe, war: Schallsignale, Positionslichter, Befeuerung.

Ich habe insgesamt ca. drei Monate für die Prüfungsvorbereitung gehabt. Anfangs habe ich vielleicht zweimal die Woche etwas gelernt plus alle Navigationsaufgaben gemacht. Drei Wochen vor der Prüfung habe ich zwei Wochen lang täglich einen Fragebogen gemacht. In der Woche vor der Prüfung habe ich zwei Tage lang nur Fragebögen und nochmal alle Navigationsaufgaben gemacht (Mittwoch, Donnerstag). Am Freitag vor der Prüfung sind wir (drei Prüflinge, unser Lehrer und seine Frau) dann mit dem Schiff zusammen von Nordenham nach Bremen gefahren (sechs Stunden), davon bin ich selbst ca. drei Stunden gefahren, davon ca. eine Stunde unter Segel. Am Samstag haben wir dann nochmal ein bisschen geübt (sechs Prüflinge). Viel ging da allerdings nicht, weil wir Böen bis 8 Bft hatten. Außerdem haben wir nochmal drei Stunden 'Gruppentraining Theorie' gemacht – jeder hat seine schlimmsten Fragen gestellt, und wir sind das alles nochmal zusammen durchgegangen. Das war super und hat ne Menge Spaß gemacht.

Am Sonntag hatten wir dann zunächst die theoretische Prüfung – die lief bei mir super. Ich glaube, ich habe an die 100% geschafft. Die praktische Prüfung hatten wir dann drei Stunden später. Ich war als erste dran und musste dann

  • ablegen (nachdem der Prüfer mich drauf aufmerksam machte, er würde mal den Motor anmachen … ups),
  • aus dem Hafen herausfahren,
  • dabei Schallsignal geben (hoffentlich finden die jetzt die Tröte),
  • Fahrwasser kreuzen,
  • eine 'Welle nehmen',
  • nach Kurs fahren,
  • MOB-Manöver.

Der Prüfer war das erste Mal bei uns an Bord und kannte unser Schiff noch nicht. Er hat die ganze Zeit gesagt, was ich machen soll oder mir Theorie-Fragen gestellt.

Zweimal musste ich ihm erklären, warum ich etwas anders gemacht habe, als er es gemacht hätte, und einmal habe ich mich auch geweigert, etwas so zu tun, wie er es wollte (sonst hätten wir nämlich den Mann nicht an Bord nehmen können).

Er hat dann nach und nach gesehen, wie das Schiff reagiert und es wurde dann von Prüfling zu Prüfling etwas besser. Alle sechs haben bestanden und wir sind dann anschließend wieder nach Nordenham zurückgefahren, wobei ich dann wieder vier Stunden selbst gefahren bin.

Praxis habe ich also eine Menge gehabt.

Brittas Interpretation einer Kurzfassung :)

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Wie hast du dich vorbereitet?
  • 12 x 2h Theorieunterricht in einer Fahrschule.
  • 4h Praxisunterricht auf einem Segelboot (11m) verteilt auf acht Tage.
  • Zuhause gelernt anhand des Buches, der Fragebögen, einer Handy-App und Eurer Website.
Wie oft und intensiv hast du gelernt?
  • Zuhause erst 2x die Woche, die letzten drei Wochen fast täglich gelernt.
  • Alles in allem die Fragebögen wahrscheinlich dreimal und die Kartenaufgaben zweimal gemacht.
Bootsfahrschule oder "nur online"?
  • Fahrschule, "online" nur unterstützend
Wie war die Theorie-Prüfung?
  • Super! Mein Fragebogen (Nr. 7) enthielt keine nervigen Gesetzesfragen und eine äußerst einfache Kartenaufgabe.
  • Wahrscheinlich nahezu 100% richtig gehabt
Wie lief die Praxis-Prüfung?
  • Anders als erwartet.
Ich dachte, der Prüfer würde kurze knappe Anweisungen geben und dann schauen, wie ich das hinkriege. Stattdessen hat er ununterbrochen gesagt, wie ich etwas machen sollen (mehr Gas, weniger Gas, rückwärts, jetzt einlenken bla bla bla). Außerdem hat er Dinge verlangt, die ich gar nicht als "Prüfungsmanöver" auf'm Zettel hatte. Und ein paar theoretische Fragen gestellt (was ist das für ein Fahrzeug? – ein überholendes! / was muss das tun? – ausweichen! / wie kreuzen Sie das Fahrwasser? Bla bla bla) Knoten hatte er bei mir vergessen, hatte ich dann freiwillig gemacht, wobei er mich nochmal mit der Frage nach dem Stopperstek verwirrt hatte

Wie viele Leute waren am Prüfungstag da?
Schwer zu sagen – bestimmt über 100, wobei manche nur Theorie (Binnen) gemacht haben. Praxis habe ich nicht gesehen, weil wir mit unserem Mast nicht durch die Brücke konnten, und deshalb woanders unsere Prüfung abgelegt haben.

Wie beurteilst du deine Lernvorbereitungen im Nachhinein?
Wahrscheinlich habe ich zu viel gelernt. Aber das musste ich tun, um mich sicher genug zu fühlen. Ich wollte auf keinen Fall an der theoretischen Prüfung scheitern. Davon abgesehen denke ich, dass es nicht schädlich ist, dieses Wissen nun so intensiv zu haben. Ich hoffe, das bleibt auch ein bisschen kleben.

Zu viel Sorgen gemacht?
Mit Sicherheit. Theorie sowie auch Praxis hätte ich sicherlich auch mit weniger Vorbereitung schaffen können. Aber ich wäre dann vorher noch nervöser gewesen, als ich es ohnehin schon war. Ich gehe immer lieber auf Nummer Sicher.

Was hätte besser sein können?
Ich wüsste nichts. Außer vielleicht weniger Wartezeit zwischen theoretischer und praktischer Prüfung. Aber das lag bei uns daran, dass erst alle anderen geprüft wurden (die durch die Brücke durchkamen) und wir dann als letzte, weil der Prüfer extra zu unserem Schiff kommen musste.

Wo war's zu viel des Guten mit dem Lernen?
Diese ganzen Gesetzestexte, die ich krampfhaft versucht habe, auswendig zu lernen.

... und Charlys Bericht vom 21. Juli 2012

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Ich habe am 21.07.2012 meine Prüfung zum SBF See nach den neuen Prüfungsvorgaben gemacht. Dazu wollte ich mal einen Bericht schreiben :-) Meine Vorbereitungszeit war ziemlich genau 3,5 Wochen, ja etwas knapp aber machbar. :-)

Erst mal zu den Fakten:
Ich bin 43 Jahre alt und arbeite in der IT Branche. 1991 habe ich beim Bund den SBF Binnen gemacht; und seitdem bin ich so gut wie nie mit dem Boot gefahren.

Meine Idee: Urlaub am Meer aber mit dem Binnenschein?

Das geht nicht, also muss mal schnell der See Schein her :-)

Somit habe ich eine Recherche im Internet zum Sportbootführerschein gemacht. ... was Mann oder Frau da alles findet… Fahrschulen gibt es genügend, auch Online Angebote die aber alle nur mein Bestes wollten, mein Geld. Dann bin ich auf die Seite der Wassersport Akademie gestoßen…Was soll ich sagen, damit lässt sich doch was anfangen :-) Soviel Informationen und Unterstützung… An dieser Stelle noch einmal ein DANKE! Die Lernhilfen, Trainingsplan, Informationen über Ablauf usw. ... Einfach super!

Zur Prüfung

Termin 21.07.2012, Ort Lauffen am Neckar.

Morgens um 8:15 sollte die praktische Prüfung starten, was dann auch so war.

Einzige Überraschung: Am Steg lagen dann mal 5 Boote mit je 4 bis 7 Schüler. ... Aber da kamen auch 3 Prüfer. Zu den Prüfern, die suchen keine Freunde fürs Leben, die sind auch nicht da um gerade dich durchfallen zu lassen, die machen nur Ihren Job mehr nicht. Also kein Stress!

An diesem Tag haben alle die praktische Prüfung bestanden - auch die, die beim Anlegen mit dem Boot gleich an Land wollten.

Mein Tipp: Lasst euch Zeit bei den Manövern und achtet aufs Wetter (Kleidung).

Nach 10 Minuten war ich mit dem Praktischen dann auch schon fertig. Und keiner war länger als 15 Minuten auf dem Wasser.

Zeitgleich haben ca. 50 weitere Personen die Theorie gemacht. Die war bei uns dann schon für 9:30 Uhr angesetzt. Also einen Teil bestanden, weiter geht’s ;-)

Im Hotel angekommen, sind die letzten aus dem Prüfungsraum raus. Pünktlich um 9:30 Uhr sind wir dann rein. Ausweis, Führerschein, keine Taschenrechner waren erlaubt (sind auch nicht nötig), Zirkel, Kugelschreiber, Bleistift ... alles dabei, also kann die Prüfung beginnen!

Nervös war ich nur bis der Prüfungsbogen vor mir lag, die Fragen sind genau gleich den offiziellen Prüfungsfragen hier bei der Wassersport Akademie. Also genau das, was ihr hier auf der Seite lernen könnt! Ein Kinderspiel!

30 min. später war ich fertig, mit allem. Ja und dabei hatte ich 60 min. Zeit. Also keine Panik wenn Du gelernt hast wie empfohlen, dann ist das kein Problem. Ach ja: Die Kartenaufgaben waren auch die gleichen, da kommen keine Überraschungen.

Fertig ... also raus, erst mal eine Zigarette rauchen und etwas trinken und entspannen, das ist gut gelaufen. :-)

Jetzt war warten angesagt bis alle fertig sind … Dann kommt der Prüfer raus und holt sich Fahrschule für Fahrschule die Leute rein … Und was ist mit mir? Okay, weiter warten, sind ja doch ca. 50 Leute da gewesen.

Dann höre ich meinen Namen: Ja ich habe bestanden! Schnell den Lappen unterscheiben und dann freuen! Um 12:00 Uhr war's schon vorbei.

Was mir aufgefallen ist:  Der ein oder andere, der über eine Fahrschulen da war, hat es nicht geschafft. Warum? Schlechte Vorbereitung? Viele von denen haben vor der Theorie immer noch Unterlagen gewälzt, Bücher aufschlagen und, und, und… Das bringt nix, braucht ihr auch nicht! Wenn es trotzdem schiefgehen  sollte, macht ja nix: In 4 Wochen dann eben noch mal :-)

So nun viel Spaß beim Lernen… Grüße Charly