Brauche ich eine Bootsfahrschule?

Um die fundamentale Antwort gleich vorwegzunehmen:

Nein, der Gesetzgeber schreibt keinen "Zwangs-Kurs" in einer Bootsfahrschule vor. Jeder kann sich jederzeit zur Prüfung anmelden und den Schein mitnehmen. Mit oder ohne Bootsfahrschule...

Alle Prüfungsfragen für die Sportbootführerschein-Prüfungen sind frei zugänglich und kostenlos im Internet verfügbar. Damit kannst du dich ebenso auf die Theorie-Prüfungen vorbereiten. (Und die meisten Bootsfahrschulen nutzen diesen Weg sowieso und zwingen dich, die Prüfungs-Fragen auswendig zu lernen - ganz egal, ob du einen Kurs besuchst oder nicht.

Trotzdem gibt es ein paar Aspekte, über die du nachdenken solltest, bevor du deine endgültige Entscheidung triffst...

"Herrgott, ich will doch nur die Scheine. Sonst nix. Und das so leicht und schnell wie möglich!"

Nein, du brauchst definitiv KEINE Bootsfahrschule!

Suche dir stattdessen ein oder zwei Leute, die auch für den Schein (oder die Scheine) lernen wollen und lernt gemeinsam die Fragen direkt aus dem Prüfungsfragenkatalog. Aber auch allein kann man es sehr leicht schaffen. Unser Lernplan sieht entspannte 3-5 Wochen Vorbereitungszeit bei 1-2 Stunden täglichem Aufwand vor. Je diszplinierter du bist und je mehr Vorerfahrung du hast, desto schneller geht es.

(Unser bisher schnellster "harter Junge" hat in 3 - in Worten: D-R-E-I - Tagen die Prüfungsvorbereitung geschafft ... und die Prüfung bestanden.)

Beachte und beherzige unsere Prüfungs-Vorbereitungs-Tipps! Wir haben zu jeder wichtigen oder schwierigen Frage Lernhilfen, Checklisten, Eselsbrücken, Tipps und Tricks, die dir das Lernen nicht nur erleichtern, sondern hoffentlich auch ein bisschen auflockern.:)

Wenn du nach der Prüfung feststellst - und wir hoffen inständig darauf, dass du diese Ehrfurcht vor den Naturgewalten besitzt -, dass du wirklich etwas lernen möchtest, dann besuche Aufbaukurse in den Bootsfahrschulen oder kaufe dir entsprechende Bücher vom eingesparten Geld. Aber ein "Sportbootführerschein-Kurs", noch dazu ein billiger, wäre schlicht rausgeworfenes Geld für dich!

"Ich will wirklich etwas lernen! Mir geht es nicht nur um den Schein, sondern vor allem um das WISSEN dazu!

Tja, du gehörst zu einer aussterbenden Art... Das Angebot auf dem Markt ist extrem mager und du wirst lange suchen müssen.

Du solltest einen Kurs in einer Bootsfahrschule oder - besser noch - bei einem freien Trainer ins Auge fassen. Es dürfte nur wahnsinnig schwer sein, hier die Spreu vom Weizen zu trennen.

Tendenziell bist du bei freien Trainern deutlich besser aufgehoben. Der Grund? Sie haben einen Ruf zu verlieren. Bootsfahrschulen hingegen leben damit, dass es immer ein paar Unzufriedene gibt. So ist der Massenmarkt nun mal. Aber freie Trainer sind meistens sehr darauf bedacht, ihren Ruf, an dem sie lange und hart arbeiten müssen, nicht zu verlieren; und weil sie i.d.R. den Massenmarkt nicht bedienen, sind sie auch deutlich flexibler und um Längen eher bereit, auf deine individuellen Ansprüche einzugehen.

Aber auch dir geben wir den gut gemeinten Rat:

Mache erst mal die Sportbootführerschein-PRÜFUNGEN!

Danach ist immer noch Zeit, um Wissen zu sammeln, denn die meisten Bootsfahrschulen bieten jede Menge Zusatzkurse an, in denen sie dann endlich wirklich Zeit zur Wissensvermittlung haben.

Preisgünstige Kurse in Bootsfahrschulen?

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Allein diese Anforderung ist ein Widerspruch in sich. Und das Ergebnis wird - bei genauer Betrachtung - insbesondere für dich ziemlich frustrierend sein.

Typischerweise bieten die meisten Bootsfahrschulen sogenannte "Wochenendkurse", "Abendkurse an 5-10 Tagen" oder "Urlaubskurse" an, in denen sie dann 10-30 Teilnehmern angeblich "Wissen vermitteln". ... Doch, Hand aufs Herz, wie soll das funktionieren?

Die Prüfung zum Sportbootführerschein See umfasst auf 126 Seiten insgesamt 285 Fragen mit jeweils 4 Antworten, von denen in der Prüfung dann eine richtig ist. Dazu kommen dann noch weitere 15 Navigationaufgaben mit jeweils 9 Teilfragen.

Und jetzt machen wir ein Experiment: Nimm dir bitte ein Buch mit 126 Seiten. Lies dieses Buch laut vor! ... Wie lange brauchst du, um nur allein die 126 Seiten VORZULESEN? Dabei hast du noch nicht das Geringste verstanden oder gelernt. Nur vorgelesen. Und diese "Vorlesezeit" kannst du von deinem "Kurs" in der Bootsfahrschule abziehen. Nur in der verbleibenden Zeit hat der Trainer überhaupt erst einmal die Möglichkeit, dir Wissen zu vermitteln.

Gehen wir davon aus, dass dein "Kurs-Vorleser" in jeder Theorie-Einheit utopische 50 Fragen vorlesen kann, ohne dass du völlig ausgestiegen bist, braucht deine Bootsfahrschule allein 6 Theorie-Einheiten (= Tage, Abende), um dir die Fragen VORZULESEN!

Merke: Ist der Kurs billiger als etwa 500 Euro (je nach Region und Kurs kann es auch deutlich mehr sein), kannst du mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass du auf die eine oder andere Weise trotzdem dafür bezahlst.

Du wolltest sowieso nur die Prüfung bestehen? - Das kannst du auch ohne die Bootsfahrschule. Und zwar mit dem GLEICHEN oder sogar WENIGER Aufwand.

Du wolltest im Kurs mehr lernen, als in den Prüfungsfragen steht? - Wie, bitte schön, soll das in 3, 5 oder 10 Tagen gehen?

Wie machen Bootsfahrschulen ihre Kurse so billig?

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Wenn es gar nicht so billig geht, wie schaffen die Bootsfahrschulen dann trotzdem so günstige Preise? Es gibt sie doch, die "180-Euro"-, "200-Euro"- und "250-Euro"-Kurse! ... Wie also machen sie es?!

Nun, sie arbeiten mit allen Tricks und Raffinessen, die noch halbwegs im Graubereich der Legalität liegen. Und nicht wenige rechnen auch fest mit deinem Stillschweigen; wahlweise, weil du es nicht besser weißt, aber auch, weil du hoffentlich die Klappe hältst, sobald du deinen Schein in der Tasche hast.

Nebenkosten drücken

Im einfachsten Fall musst du im Kurs dann das Lehrbuch (oder die Lehrbücher) extra kaufen, was ebenfalls mit 20-50 Euro zu Buche schlägt. Auch das Navigationsbesteck (für die See-Prüfung zwingend erforderlich) musst du bei solchen Anbietern extra kaufen, was wiederum ca. 20-40 Euro sind, die sie fein aus dem Kurs-Preis rausrechnen. Weiter geht's mit Seekarten (die Übungskarte D49 solltest du für die Prüfungsvorbereitung nutzen), die wiederum mit 17 Euro zu Buche schlagen. ... und so geht das mit dem "Lehrmaterial" immer weiter...

Billige Trainer ohne pädagogische oder methodische Kenntnisse

Dann wird's schon gemeiner: Sie kaufen nicht die besten Trainer ein, sondern sie nehmen die billigsten. Es gibt viele Leute, die gern "kostenlos oder gegen eine geringe Bezahlung" auf dem Wasser sind. (Wer lässt sich nicht gern sein Hobby finanzieren?) Nicht wenige davon sind "Möchtegern-Berufs-Skipper", die keiner haben will, so dass sie notgedrungen auch in der Ausbildung arbeiten müssen. Und zur Ausbildung der Sportbootführerscheine muss man nicht einmal Wasser gesehen haben. Rein theoretisch würde man auch einen Berber aus der Wüste nehmen, wenn du seine Sprache verstehen würdest. An seinem (fehlenden) Wissen - vor allem aber an seinen fehlenden Fähigkeiten, das Wissen auch vermitteln zu können - scheitert die Einstellung in den meisten Bootsfahrschulen jedenfalls nicht...

Große Teilnehmer-Gruppen

Weiter geht's mit den Teilnehmer-Zahlen im Kurs: Statt individueller Wissensvermittlung, bei der dein Trainer dich dort abholt, wo du bist, bekommst du Massenware von der Stange. Zusammen mit 10-30 Leuten sitzt du in einem Raum, in dem ein Trainer - meist ohne jegliche pädagogische (Aus-)Bildung - steht und euch alle in der Kürze des Kurses "durch die Prüfung prügeln" soll.

Knappe Kurs-Zeiten

Und schließlich wird an der Zeit gespart: Meistens sind die Kurse in 3, 5 oder 10 Tagen "abgefrühstückt". Mehr ist einfach nicht drin für das Geld.

Ausbildung Prüfungsvorbereitung als Massenware

Aus oben Gesagtem ergibt sich logisch: Das vermittelte Wissen beschränkt sich auf die reine Prüfungsvorbereitung. Mehr können die Trainer nicht. Mehr erlauben die Teilnehmer-Zahlen nicht. Mehr erlaubt der Zeitplan des Kurses nicht.

Was machen die Bootsfahrschulen also in ihrer Not?

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Sie KÖNNEN in dieser Zeit gar kein Wissen vermitteln! Stattdessen sind sie gezwungen, sich ausschließlich auf die Prüfungsvorbereitung zu konzentrieren.

Und das wiederum bedeutet:

Während des "Kurses" vermittelt man dir ein paar Tricks und Eselsbrücken, mit deren Hilfe du die Prüfungsfragen leichter beantworten kannst. Dann beschäftigen sie sich noch einige Zeit damit, dir ein paar grundlegende Navigations- (naja, eigentlich Geometrie-) Kenntnisse zu vermitteln. ... Und dann ist die Zeit um.

Danach gibt man dir die 126 Seiten mit den 285 Prüfungsfragen und den 15 Navigationaufgaben und je 9 Teilaufgaben (Sportbootführerschein See) in die Hand und wünscht dir viel Spaß beim auswendig Lernen ... zu Hause übrigens. Denn es wartet schon der nächste Schwung von Leuten, wie dir, die über den Tisch gezogen werden wollen, und die den Seminarraum brauchen...

Und du sitzt dann brav zu Hause und lernst fleißig jene Prüfungsfragen, die es sowieso kostenlos im Internet gibt. Und auch die Tipps und Eselsbrücken sind längst im Internet verfügbar. Schlimmer noch: So mancher Sportboot-Trainer holt sich die Tipps selbst aus dem Internet, also von Seiten, wie der unseren ... oder verweist seine Kursteilnehmer rotzfrech auf solche Lernseiten, wie die unsere, damit sie dort die Prüfungsfragen pauken können.

Der Unterschied zu den "von-vornherein-allein-Lernenden"? --- Nun, du hast für diese Lehre 150-450 Euro auf den Tisch gelegt.

Gilt das für alle Bootsfahrschulen und Kurse?

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Nein, das ist ja die Tragik! Es gibt durchaus Bootsfahrschulen - und insbesondere Kurse -, die mehr als nur ein bisschen - und zumeist auch noch unvollständige - Prüfungsvorbereitung vermitteln. Doch die bekommst du NIEMALS für 150. 200 oder 300 Euro. Und auch nicht für 400 oder 500 Euro. Das geht einfach nicht. Dazu sind die Ausrüstung, das Material, die Anforderungen an den Trainer und die Anforderungen an die anderen Kurs-Bedingungen so kostenintensiv, dass es ein absolutes Ding der Unmöglichkeit ist, es so aufzulösen.